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Bürgerpreis für Egon Mordhorst

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Unser langjähriges Mitglied Egon Mordhorst hat hat heute den Deutschen Bürgerpreis für Schleswig-Holstein in der Kategorie Lebenswerk erhalten. Damit wird das sein Engagement unter anderem für die schwul-lesbische Telefonberatung der HAKI gewürdigt.

Zum elften Mal hatten der Schleswig-Holsteinische Landtag und die schleswig-holsteinischen Sparkassen in diesem Jahr den Deutschen Bürgerpreis für Schleswig-Holstein ausgeschrieben. Unter dem Motto ,,Vielfalt fördern ­ Gemeinschaft leben!" richtet sich der Wettbewerb an engagierte Bürgerinnen und Bürger oder vorbildliche Projekte, die sich für Integration und Inklusion der verschiedensten Gruppen einsetzen und sich für Teilhabe, Toleranz und Akzeptanz stark machen ­ ob unterschiedliche Nationalitäten, Kulturen und Religionen, ob es um Alter, Krankheit, Behinderung, soziale Schwäche oder verschiedene sexuelle Identitäten geht.

Egon Mordhorst ist seit dem 1.11.1989 (und damit seit 25 Jahren) Mitglied der HAKI und hat den Aufbau unserer Beratungsarbeit seit den 1980er Jahren maßgeblich geprägt. Dabei engagierte er sich für die Unterstützung aller Lesben, Schwuler, Bisexueller, transgeschlechtlicher Menschen im Coming-out-Prozess und in psychosozialen Notlagen und in der Einarbeitung und Schulung neuer Teammitglieder.

Sein Engagement hat dabei nicht nur die HAKI, sondern auch das gesellschaftliche Klima in Schleswig-Holstein nachhaltig geprägt. Er hat die regionale und überregionale Arbeit für Lesben, Schwule und Trans* zum Thema für alle Menschen gemacht und den Weg zu Gleichstellung und Akzeptanz unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft sexueller Identität, Behinderung oder Weltanschauung möglich gemacht.

Wir danken Egon Mordhorst dafür (nicht nur) mit einer Sonderseite.

Laudatio von Monika Peters, Landesverband der Volkshochschulen

„Ich wollte nie jemand anders sein als der, der ich bin“, sagt der diesjährige Preisträger in der Kategorie Lebenswerk über sich selbst. Das ist ein großer und mutiger Satz:

so zu sein, wie man ist.

Zu sich selbst zu stehen, mit allen Fehlern und Schwächen, die man hat, auch dann zu sich zu stehen, wenn man damit nicht der gesellschaftlichen Mehrheitsnorm entspricht.

Und weiter noch: Diesen Satz nicht nur über sich selbst zu sagen, sondern anderen Menschen dabei zu helfen, sich zu ihrer eigenen Persönlichkeit, zu ihrer eigenen Lebensweise zu bekennen.

„Ich wollte nie jemand anders sein als der, der ich bin“, sagt Egon Mordhorst über sich und sein Leben.

Sein ehrenamtliches Engagement begann 1980 als Gruppenleiter in der Suchtkrankenhilfe beim Blauen Kreuz.

Seit 1985 war Egon Mordhorst maßgeblich am Aufbau der Beratungsarbeit in der Homosexuellen Aktionsgruppe Kiel, der HAKI, beteiligt. Mit großer Empathie hatte er als Telefonberater stets ein offenes Ohr für Lesben, Schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen, die sich im Coming-Out-Prozess oder in psychosozialen Notlagen befanden. Nur durch die Kontinuität seines Engagements hat die Telefonberatung der HAKI eine professionelle Qualität erreicht.

Unsere Gesellschaft ist zweifelsohne toleranter geworden. Homosexualität steht schon lange nicht mehr unter Strafe, der Begriff „gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft“ geht uns vergleichsweise leicht über die Lippen. Aber von der vollen gesellschaftlichen Akzeptanz unterschiedlicher sexueller Identitäten sind wir nach wie vor weit entfernt. Geschlechtliche Vielfalt gehört zur Vielfalt in unserer Gesellschaft, gehört zu allen Lebensbereichen und zu allen Lebensphasen.

Mit dem HAKI-Schulprojekt wendet sich Egon Mordhorst an junge Menschen. Er arbeitet in Gesprächskreisen mit, wirbt in jeder Altersgruppe für Toleranz und Akzeptanz. Ein besonderes Anliegen sind ihm die Belange homosexueller Menschen im Alter, ein Bereich, der bisher eher vernachlässigt worden ist.

Egon Mordhorst ist ein Vorbild. Auch weil er mutig genug war, zu sich selbst zu stehen, die eigene Komfortzone zu verlassen, sich für neue Erfahrungen, Situationen und neue Menschen zu öffnen. Es war ihm stets ein Anliegen, andere mitzunehmen, deren Stärken freizulegen, sie zu motivieren, sich selbst einzubringen.

„Ich wollte nie jemand anders sein als der, der ich bin“ – so hieß es am Anfang dieser Laudatio.

Lieber Herr Mordhorst, die Jury ist froh, dass Sie dieser Mensch sind. Ein Verfechter für die Vielfalt in unserer Gesellschaft - und deshalb Bürgerpreisträger in der Kategorie Lebenswerk.

Herzlichen Glückwunsch.

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